Warum eine Gesundheitsprüfung in der PKV ?

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Führt eine Corona-Infektion zu Risikozuschlägen beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung? Die Entscheidung darüber treffen die Versicherer. Grundsätzlich gilt aber: Eine Gesundheitsprüfung ist im Interesse der Versichertengemeinschaft notwendig, eine Vorerkrankung muss angegeben werden.

Niemand weiß, wie lange er gesund bleiben wird oder ob ihn irgendwann eine schwere Krankheit erwischt, ob die Behandlung extrem viel kostet und ob man dann womöglich seinen Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdienen kann. Was liegt da näher, als sich in einer Gruppe zusammenzuschließen und das ungewisse Risiko Krankheit gemeinsam zu tragen? Denn das Risiko besteht zwar für jeden Einzelnen gleichermaßen, aber nicht bei allen tritt eine Krankheit auch tatsächlich ein. Genau das ist die Idee einer Versicherung: Viele Personen zahlen Beiträge ein – und bekommen dafür bei Krankheit oder Unfall die anfallenden Kosten erstattet. Da nur bei einem Teil der Versicherten sehr hohe Kosten anfallen, reicht das Vermögen der Versichertengemeinschaft bei überschaubaren Beiträgen aus, um die Risiken für alle abzudecken. Das ist gelebte Solidarität der Gesunden mit den Kranken. Damit dieses Prinzip funktioniert und niemand die Solidarität der Gemeinschaft missbraucht, muss das Anfangsrisiko für alle gleich sein. Andernfalls könnte jemand auf die Idee kommen, sich die Beiträge zu sparen und der Versichertengemeinschaft erst dann beizutreten, wenn eine Krankheit schon ausgebrochen ist. In einem solchen System bestünde kein Anreiz mehr, rechtzeitig dem solidarischen Kollektiv beizutreten – das Versicherungsprinzip würde nicht funktionieren. In der Realität sind die individuellen Risiken jedoch nicht gleich. Die Menschen sind zu Vertragsbeginn unterschiedlich alt, womöglich bestehen auch Vorerkrankungen – und dazu würde auch eine Corona-Infektion zählen. Diese Unterschiede können jedoch durch entsprechend differenzierte Beiträge ausgeglichen werden. So treten in höheren Lebensaltern Krankheiten öfter auf als in jungen Jahren. Wer sich also relativ spät versichert, wird im Laufe seiner verbleibenden Versicherungszeit im Jahresdurchschnitt höhere Leistungen in Anspruch nehmen. Dieses größere Risiko wird durch einen höheren Beitrag an die Gemeinschaft ausgeglichen. Dasselbe gilt für Vorerkrankungen. Die Versicherung berechnet einen individuellen Beitrag.

Aus diesem Grund gibt es in der Privaten Krankenversicherung vor Vertragsbeginn eine sogenannte Risikoprüfung, bei der Antragsteller Fragen zu ihrem Gesundheitszustand beantworten müssen. Auf dieser Basis und abhängig vom Lebensalter wird dann von der Versicherung ein individueller Beitrag berechnet. Darin enthalten ist auch der Aufbau von Altersrückstellungen. Sie dienen als Vorsorge für die absehbar höheren Krankheitskosten im Alter und werden zudem verzinslich angelegt. Wenn die Versicherten also älter werden und damit potenziell öfter erkranken, sind die steigenden Kosten bereits einkalkuliert und abgedeckt. Nachdem der Beitrag zu Vertragsbeginn ermittelt wurde, hat die Entwicklung des individuellen Gesundheitszustandes und des Lebensalters nie wieder Einfluss auf den Beitrag – solange man in seinem Versicherungsunternehmen bleibt. Lediglich bei einer späteren Ausweitung der Versicherungsleistungen oder bei einem Wechsel des Unternehmens ist eine erneute Prüfung nötig.

Heute mal sehr informativ…….

Herzlichst, Ihr Florian Weber !

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